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„Vive la France“

„Guten Morgen Heike, halte deinen 128 tägigen Strike am Leben!“ Das ist seit besagten 128 Tagen meine morgendliche Begrüßung, wenn ich mein Handy vom Strom und zur Hand nehme. Brav folge ich den Anweisungen der App, die mich geduldig versucht an ein fast unrettbar verschüttetes Wissen eines eher mäßigen Schulfranzösisch zurück zu führen. Die App ist kostenfrei, wenn man sich mit Werbeeinblendungen abfinden kann, die sich jedoch problemlos überspringen lassen. Sie macht ein bisschen süchtig, zumindest mich oder triggert einfach exakt meine bevorzugte Form des Lernens. Warum macht man das überhaupt? Zuviel Zeit- entspricht sicher nicht meiner Lebensrealität. Exzessives Gehirnjogging gegen eine beginnende Frühdemenz. Guter Grund und sicherlich mehr als berechtigt. Wie oft ich mich ratlos umher blickend im Keller wieder finde mit einem selbsterteilten Auftrag, dessen Inhalt ich beim Abstieg in die Tiefe anscheinend getillt haben muss. Namen?! Schall und Rauch oder mein Hobbitbrain hat keine passende Ablage für diese nicht ganz unwichtige, mal mehr mal weniger individuelle Typenbezeichnung für Menschen mit denen man in sozialem Kontakt steht. Gesichter? Klappt auch nicht wirklich besser und das ohne Gesichtsblind zu sein. Klar erinnere ich mich an ein bestimmtes Gesicht, kann es aus dem Kontext heraus aber meistens nicht zuordnen, geschweige denn benennen. Erst gestern schwärmte ich einen (mir unbekannten Menschen) vor, dass ich einen Mathelehrer hatte, der mir in der Oberstufe den Glauben an die Logik der Mathematik und in mein mir eigenes Logikverständnisses zurück gegeben habe. Auf die Frage, wer das denn wohl gewesen sei, antwortete ich mit einem Seufzer der Verzückung und einer sentimentalen Träne im Augenwinkel aber fester Stimme, um den genannten falls nötig bis aufs Blut zu verteidigen:“ Herr Rolke!!“. Die Dame an der Seite meines Plauderpartners hob die Augenbrauen, machte ganz runde Äuglein, Beugte sich nach vorne und prustete ein helles Lachen über uns Beide. Der Herr schaute erst mich, dann seine Frau etwas zweifelnd an, schwieg aber. Sie konnte sich kaum beruhigen, zeigte auf ihren Mann und stammelte unter Lachen:“ Darf ich vorstellen?Herr Rolke!“ Fettnäpfchen?! Danke habe eine Endlosflat drauf. Verschämt verbarg ich mein rotes Rübchen hinter meinen schmutzigen Gärtnerhänden. Glücklicherweise ist diese Generation Lehrer/innen mit viel Humor ausgestattet. Naja, all dies wäre sicher mehr als Grund genug, tatsächlich liegt mein neu entfachtes Interesse an dieser Sprache in unserem letzten Urlaub in der Bretagne und Normandie begründet. Wir hatten diesen Urlaub für unsere Verhältnisse sehr früh gebucht und auch tatsächlich sehr nötig. Es sollte eine Woche Bretagne in einem kleinen Studio in den Dünen mit Blick auf den tobenden Atlantik und eine Woche im Hinterland der Normandie in einem Luxushaus mit riesigem Garten inmitten unberührter Natur werden. Unsere Vorbereitungen waren wie immer sehr intensiv, wir hörten „La Mer“ von Charles Trénet in Dauerschleife und überlegten uns eine „Ente“ anzuschaffen um stilecht durch Frankreich zu cruisen. Also mein Süßer dachte daran eine „Deux Chevaux“ zu erwerben. Ich eher nicht, also eher gar nicht. Ich erzählte meiner damals hochschwangeren Kollegin, wie unfassbar bescheuert ich allein die Idee fände mit einer uralten, hässlichen Nuckelpinne, auf schwammigen Campingstühlen hockend, durch die Gegend zu schuckeln, bei 30 Grad im Schatten mit zwei winzigen Flügelfensterchen als Klimaanlage, die bei jeder Unebenheit herunter knallen oder gar ganz verloren gehen würden, während „La mer“ aus dem qualmenden Kassettenradio dudelt und die rumänische Hundefledermaus mir in den Nacken kotzt. Sie lächelte leise aber merkwürdig und packte ihre Arbeitsutensilien zusammen. Ich begleitete sie zum Ausgang, wünschte ihr einen schönen Feierabend und drehte mich um. „Ach Heike?!“, hörte ich hinter mir. „Meintest du so EINE?!“ Ich schaute halb über meine Schulter:“Wie was für EINE??“ „Na SO Eine!“, sie stand vor einer hellblauen Ente, griente, stieg ein und brauste mit diesem typischen röhrenden, blechernen Motorgeräusch davon. Fettnäpfchen? Wie gesagt. Flatrate! Trotzdem ich zugeben muss, das diese Möffmöff wirklich etwas an sich hatte, verzichtete ich dankend auf diese nostalgische Erfahrung zugunsten unseres BMW mit Klima und Co und abwaschbaren Lederinterieur. Mir reichte aus dem Entenkonvolut der kotzende Köti auf der Rückbank. Wir unterteilten die erste Strecke wegen des reisekranken Fellkindes in zwei Etappen und kehrten in Amiens in ein Motel ein. Ich meldete uns an, Sprache: Naturellement- pas de problem- der Rezeptionist sprach Englisch. Am nächsten Morgen Frühstück in der Lobby und ich half einer kleinen Gruppe von Amerikanern bei der Zusammenstellung ihres „Petit-déjeuners“, leicht lächelnd, leichtzüngig, leicht überheblich. Französisch- läuft. Beschwingt fuhren mit dem Spuckhunderl weiter in Richtung Bretagne. Eine Stunde vor Ankunft sollte ich eine Sandrine, Sabina, Santine oder so telefonisch über unser Eintreffen informieren, damit Selbige die Schlüssel-und Hausübergabe vor Ort vornehmen könne. Das Angebot uns bei der Anmeldung aufgrund von Sprachschwierigkeiten behilflich zu sein, hatte ich entrüstet abgelehnt. 4 Jahre den schrecklichsten Franzelehrer der Schule gehabt zu haben, konnte schließlich nicht für Nüsse gewesen sein. Allerdings lag diese Lernerfahrung gute 30 Jahre zurück. Etwas mulmig wählte ich die Nummer, während Herr und Hund im Font schnarchten. Ich hatte mir grob einen Text zurecht gelegt, es tutete, knackte in der Leitung, Pause, Voicemail. Na Prima. Ich stotterte meinen Text auf den AB und legte auf. Im Auflegen fiel mir auf, dass ich sinngemäß gesagt haben muss, das ich Heike hieße, in einer Stunde landen würde und wirklich sehr, sehr froh wäre, dass ich so schlecht französisch spräche. Danke, bis gleich. Was so ein winziges, vergessenes,verkacktes „mal“ vor „hereuse“ doch zu verändern mag. Die Fahrt auf den kleinen französischen Straßen, zog sich unendlich, aber das Ziel entschädigte uns für alles. Unser Haus lag an einer sanften Steilküste mit zwei Außenterrassen, die bei den Blick auf die sanft anrollenden Wellen des Atlantik freigaben. Unbeschreiblich. Unvergesslich. Vor dem Haus parkte ein Kastenwagen, daneben eine blondierte Frau in den Mittdreißigern mit leicht verwuschelter Hochsteckfrisur, perfektem Make up, auf hohen Hacken. Von weitem hatte sie viel von Brigitte Bardot. In der Hand hatte sie einen Schlüsselbund als sei sie Schließerin in der JVA und in der anderen Hand ein überdimensioniertes Portemonnaie, ein Handy und einen Verdampfer von dem sie zwischendurch immer mal wieder einen tiefen Zug inhalierte, um kurzfristig hinter einer Wasserdampfwolke zu verschwinden und wie eine Lichtgestalt wieder aufzutauchen. Wie begrüßten uns, ich entschuldigte mich noch mal mit dem Hinweis ich spräche leider nur sehr schlecht französisch, bemühe mich aber sie zu verstehen. Sie schaute mich an, lächelte und sagte:“ Ja das stimme, ich spräche sehr schlechtes Französisch, aber sie hätte die Nachricht auf dem AB ja entschlüsseln können.“ Ich schaute sie verdutzt an, aber sie war schon lächelnd und Dauer sabbelnd vorgegangen. Sie sprach ununterbrochen, deute nach Links oder nach Rechts, zeigte auf Dies oder Jenes, unterbrochen von winzigen Pausen in denen ich ein nickendes „Oui, oui.“, einwerfen musste. Hoffe ich zumindest. Die Einführung dauerte etwa eine viertel Stunde, dann stöckelte Sabine behände davon und verschwand in einer Dampfwolke. Wenn mir nicht die Ohren geklingelt hätten von dem Dauerbeschuss, hätte ich denken könne, es sei nur eine Fata Morgana gewesen. Der beste Kerl schaute mich bewundernd an, hast du das Alles verstanden?!“ „Natürlich nicht.“, aber wenn Sabdingens auf den Ofen zeigt und „four“ sagt, erklärt sich das ja von selbst. „Aha.“ Irgendwie klang er ein wenig skeptisch, aber wir hatten noch genug Programm mit Einkauf, einrichten im Übergangsheim zwischen Meer und Himmel und einem ersten Wein, Käse, Baguette Abendessen auf der Terrasse bei untergehender Sonne.

Die Tage flossen dahin, in dieser unglaublichen Kulisse, selbst bei Wind und bedecktem Himmel, lag ich auf meinem Liegestuhl und sog Eindrücke so tief in mich hinein, dass ich ein wenig Angst hatte, Teile der Landschaft für immer in mir zu verbergen. Nach drei Tagen kehrte eine gewisse Routine in unseren Urlaubsalltag und wir fühlten uns fast wie heimisch. Mit unseren Nachbarn, die den angrenzenden größeren Bungalow gemietet hatten, hatten wir losen, aber netten Kontakt. Sprache- pas de problem. Die beiden älteren Herrschaften waren Schweizer und sprachen neben ihrer Landessprache fließend Englisch, Französisch und Deutsch. Ein bisschen beschämend für uns Beide, als offensichtliche Sprachlegastheniker. Aber mal ehrlich, irgendetwas ist ja immer. Am vierten Abend, wir hatten gerade begonnen das Abendessen vorzubereiten, klingelte es an der Tür. Überrascht schauten wir uns an, während das Hundekind in ein wütendes Bellen ob der ungewünschten Unterbrechung der Essensgabe verfiel. Er stand an der Tür mit weit aufgerissenen Augen, aufgestelltem Fell und Puschelrute, weggeklappten Gesicht um einen direkten Ausblick auf seine beiden Beissreihen zu geben und steigerte sich in seiner Lautstärke mit dem wiederholten Klingeln. „Geh du mal, ich muss mir erst eine Hose überziehen.“, kam es aus dem Schlafzimmer. Mit einer Hand die Tür zu öffnen, deren französischen Schließmechanismus ich bis heute nicht kapiert habe und an der anderen Hand das tobende Hundekind bändigen, war eine schweißtreibende Tätigkeit. Irgendwann hatte ich den Schlüssel endlich in die richtige Richtung gedreht, die Tür sprang auf und vor mir stand ein etwa 40 jähriger Mann, mit Surfermähne, braungebrannt, sportlich und freundlich lächelnd. Er schwallte direkt mit „Bonsoir blabla und wilden Gesten auf mich ein. Dabei wand er sich auch immer wieder an unseren verwirrten Knallschadenköter, den diese penetrante Freundlichkeit noch mehr in Rage brachte. Mit einem Schritt stand er zu unserer absoluten Verwunderung auf einmal mitten im Raum unseres Zweiraumstudios, während er ununterbrochen weiter quasselte. Ich war schon bei „Bonsoir blabla“ raus gewesen und starrte ihn sprachlos an. Während er so weiter erzählte und wir weiter zu Salzsäuren erstarrten, rannte er mit einer ausladenden Geste auf unseren Kühlschrank zu und öffnete ihn mit Schwung. Er deutete auf den Inhalt, der zugegebenerweise sehr überschaubar war mit viel Dosenbier, einer Flasche Rotwein, einer Dose Hundefutter und ein wenig Frühstückskram. Meine Gedanken überschlugen sich. Was zur Hölle wollte dieser Kerl in unserem Haus, an unserem Kühlschrank?!! Ein Bier? Käse? Eine Tasse Mehl? Keine Ahnung, ein vorsichtiger Blick in Richtung meines Süßen, zeigte auch auf der männlichen Seite unserer Beziehung ein Bild der absoluten Ratlosigkeit. Wir waren in Agonie erstarrt und warteten auf ein geheimes Signal, das uns aus der Situation befreien möge. Unser Gast schaute derweil weiter in den geöffneten Kühlschrank, drehte mal hier mal da, gestikulierte, redete ohne Punkt und Komma, zuckte mit den Achseln, schloß nach einer gewissen Zeit die Kühlschranktür und wand sich wieder an uns. Mitten im Satz brach er allerdings ab, schaute von Einem zum Anderen und wieder zurück, deutete über seine Schulter auf den Kühlschrank, seine Augen wurden groß wie Untertassen, er schlug sich aufgeregt vor die Stirn und stammelte ganz langsam und deutlich, ob wir ihn nicht angerufen hätten wegen eines defekten Kühlschrankes? Wir schüttelten immer noch sprachlos die Köpfe. „Ah! Merde! Non!! Désolé , je suis désolé. Pardon… „, während er sämtlich französischen Höflichkeitsfloskeln mit denen man sein Bedauern auszudrücken vermochte herunter stammelte, schlich er Schritt für Schritt rückwärts und mit einem letzten, „Désolé, Bonne nuit!“, war er draußen und zog die Tür hinter sich zu. Ungläubig blickten wir uns an, dann auf die Tür, dann wieder uns, während das Hundekind sich schnaufend langsam wieder beruhigte. „Was war DAS denn???!!“ „Keine Ahnung. Die Begegnung der dritten Art?“ Bei einem Glas Rotwein und einer Dose Bier fanden wir den Zwischenfall schon wieder höchst amüsant und irgendwie typisch für uns. Obwohl es mich langsam anfing ein bisschen zu ärgern, dass wir offensichtlich beide in der Schule während der Französischstunden immer unsere Tage gehabt haben mussten. Am siebten Tag packten wir unsere Habseligkeiten und verließen diesen zauberhaften „Place to be“. Natürlich nicht ohne meine Kapitulation vor Sangitte, die das Haus äußerst laissez faire wieder in ihre Obhut nahm. Dabei hatte sie die verbrauchten Kilowattstunden mit Eding auf ihre Handinnenseite geschrieben, wohl ahnend, dass ich französische Zahlen noch weniger kapieren würde als die Sprache. Aber mal ehrlich 4mal20plus15 ???? Ja nee is klar. In der Normandie angekommen, gleiches Spiel, per Anruf unsere Ankunft ankündigen. Ich hatte kapituliert, ich konnte erwiesenermaßen kein Französisch, aber bemühte mich trotzdem redlich mit diesen Fragmenten über die Runden zu kommen. Also, love it or leave it, Frenchman. Diesmal hatte ich Glück, unsere deutschen Vermieter weilten zufällig gerade vor Ort und daher lief die Übergabe sehr entspannt und muttersprachlich von Statten. Auch diesmal waren wir überwältigt, super schönes Haus, 2000 qm umzäunter Garten als Hundeparadies und 7 km entfernt, die unglaublichsten Strände, die wir jemals gesehen hatten. Die Normandie hat uns so gepackt, dass wir unseren nächsten Urlaub dort schon wieder gebucht haben, diesmal mit einem Häuschen direkt in den Dünen dieser unendlichen Strände. Zwei Tage nach unserer Ankunft besuchten uns Freunde mit ihrem Hundekind und wir verlebten zwei wunderschöne Tage miteinander. Am zweiten Tag schickten wir unsere Männer in den nächsten Supermarché, um dort etwas Gebäck für den Nachmittag zu kaufen. Für unser Abendbrot hätte ich gerne Kräuterquark gehabt und schrieb meinem Liebsten das französische Wort dafür auf einen Zettel. Nach etwa zwei Stunden, nachdem wir schon eine Vermisstenmeldung heraus geben wollten, tauchten die beiden Chefeinkäufer wieder auf. Sie trugen zahlreiche Tüten und Taschen ins Haus und zauberten ein ganzes Sortiment an Kuchen, Teilchen, Gebäck und Zuckerkram plus eine PaletteBier hervor. Kein Quark und auf allen Teilen prangte ein 30% Rabattschild. Auf die Frage warum, wieso so viel?, kam ein vorwurfsvoller Blick der beiden Herren und die Antwort, dass sie ganz verzweifelt zwischen den Regalen verschollen waren auf der Suche nach Quark. Dann nahmen se sich ein Herz und fragten die zauberhafte Aurélie von Kasse 1, bewaffnet mit meinem Zettel. Die kleine Französin stand auf, bedeute sie zu warten, schloß direkt die Kasse, sagte etwas über den Lautsprecher, stapfte mit einer Geste, die keinen Widerspruch zuließ vorneweg und begann wahrlos Sachen in den Wagen der beiden eingeschüchterten Herren zu werfen. Jeder Versuch diese Butterfahrt irgendwie zu stoppen, endete mit einer klaren Ansage der drallen Kassendomina und noch mehr rot ausgezeichneter Ware, die in ihrem Korb landete. Also entschieden sie sich zu schweigen, zu bezahlen und nie wieder dort einkaufen zu gehen, weil das Video ihrer Irrfahrt sicherlich schon als Dauerschleife mit Millionen Klicks bei YouTube lief. Wir lachten herzlich, verrenkten uns den Magen an all dem abgelaufenen Apfelsüßkram und plauderten bis Tief in die klare, stille Nacht. Trotzdem schwor ich mir, während ich mit Bauchkrämpfen und inneren Flüchen die süße Last wieder in Richtung Sickergrube schoß, dass ich das so nicht auf mir sitzen lassen konnte. Am nächsten Tag suchte ich im Netz nach Möglichkeiten eine Sprache verständlich und kostenfrei noch einmal neu zu erlernen. Seit dem weckt mich jeden Tag das Murmeltier und erinnert mich daran meinen 129tägigen Strike am Leben zu erhalten. Dieses Jahr passiert mir das nicht nochmal. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich die erlernten Vokabeln und Sätze im wahren Leben so wirklich passend verwenden kann, aber immerhin kann ich diesmal wie aus der Pistole geschossen antworten. Ich sehe mich schon, wie ich in einem französischen Wickelkleid, einer wuscheligen Hochsteckfrisur, Overknees und einem perfekten Lidstrich in eine Metzgerei stiefel, ein fröhliches „Bonjour“, in die Auslage flöte, auf die Frage, was mein Begehr sei, antworte: „Le bœuf est un bon viande. Mais le cochon est mauvais.“ („Rindfleisch ist ein leckeres Fleisch. Aber Schweinefleisch ist schlecht.“)Wenn ich dann alle Aufmerksamkeit auf mich gelenkt habe, hole ich dann zum großen Schlag aus, schaue um mich und wispere mit geheimnisvoller Stimme:“ Je vais manger des legumes des demain!“ („Ich werde ab morgen Gemüse essen!“)Und wenn das nicht reichen sollte, setze ich noch ein:“C`est une orange parmi des pommes rondes.“( Das ist eine Orange unter runden Äpfeln.) Wo ich gerade in Fahrt bin, könnte ein:“ Le garçon lance des fruits!!“(Der Junge wirft mit Obst um sich!!“) , nicht schaden. ((Warum in aller Welt tut er das?? Frage ich mich jedes mal bei diesem Satz der App.)) Wenn dann Alles verstummt, werde ich wild mit den Augen rollen, einen kleinen Feixtanz aufführen mit ausladenden Gesten und mit Golomstimme krächzen:“ Je suis jolie depuis que je suis blonde! Et ça (Geste grob in die Richtung der Fleischfachvrkäuferin) est une vache morte.“ („Ich bin hübsch, seit dem ich blond bin. Und das ist eine tote Kuh.“) Verbeugung, Vorhang und etwas übereilter Abgang, bevor die Gelbwesten die Metzgerei stürmen, um mich zur Jean d’Arc ihrer Bewegung ausrufen. Kein Witz, das sind Originalsätze der App, die im Übrigen ein sehr klares Männer- und Frauenbild hat. Trotzdem macht sie mir wirklich Spaß und ich hoffe, dass sich hinter all diesen merkwürdigen Satzkonstruktionen irgendwo ein Sinn ergibt.


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Arno von Rosen

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