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„Nomen ist Omen…“

Heute musste ich durch einen Post über ein anderes Fellkind an den „Einschlagtag“ von unserem Trickmeteoriten auf unserem Planeten denken. Es hatte schon sehr besondere Umstände, auf die ich heute aber gar nicht so explizit eingehen möchte. Ich musste einfach an diesen ersten Tag bei uns denken. An diesem Tag, tobte mein damals sechsjähriger Sohn mit ein paar Freunden gleichen Alters und gleicher Haarfarbe mit einem Ball durch unseren Garten. Tricky war 14 Monate und wir waren seine vierte Anlandestelle. Nicht gezählt, die verzweifelten Versuche ihn mehr oder weniger „guten Bekannten“ aufs Auge zu drücken. All jene Abschiebeversuche endeten immer nach einem Wochenende mit der Rückgabe des lebenden Wanderpokals. Dieser Tag im August war sommerlich warm und hatte alles, was ein perfekter Tag nur haben kann. Sonne, Geruch nach gemähtem Gras, Jungsgelächter und endlich auch wieder ein Hundekind, nachdem wir über Wochen durch Flixis Tod verwaist zurück geblieben waren. Tricky war ebenso Ball begeistert, wie die fünf Blondlinge, die über die Wiese rannten. Irgendwann stoppte auf meiner Höhe, Phillipo , ein braungebrannter hellblonder Herzensbrecher. Der kleine Kerl schaute mich forschend an, stellte ein Bein auf den ruhenden Ball und rief zu mir hinüber:“ Heike??!!!“ Ich blickte in zwei große, kullerunde, blaue Augen:“Ja?“ „Sag mal- wie heißt euer neuer Hund eigentlich?“ „Tyson“, antwortete ich widerwillig, weil ich diesen Namen nicht nur furchtbar fand, sondern auch sicher nicht beibehalten wollte. Alle Gebrauchten erhielten bei Einzug in ihr neues Leben einen neuen Namen, schließlich wusste ich nie, was sie mit dem alten Namen an Erinnerungen verbanden. Nebenbei fand ich den Namen eines Frauen verprügelnden, Ohren abbeißenden Proleten, sehr unpassend für einen fast schwarzen Husky – Schäfermix, der rein äußerlich schon genug an möglichen Feindbildpotential mit sich brachte von diversen Baustellen, die sich noch öffnen würden ganz zu schweigen. Ein wenig musste ich lächeln, hatte ich doch ein paar Stunden zuvor die gleiche Frage an seine ehemaligen Menschen gerichtet. Sie antworteten mit unverhohlenem Stolz, sie hätten ihn umbenennen müssen, weil die Vorbesitzer ihm einen total „doofen“ Namen gegeben hätten. Als ich nun „Tyson“ vernehmen musste, hatte ich nur einen Gedanken,“ Was zur Hölle kann denn noch dämlicher sein als „Tyson“?!!“ . Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten:“Rambo!“ Und ich musste innerlich platzend zugeben- Schlimmer geht offensichtlich doch immer.
„Wie heißt der???“, holte mich der Ballzauberer neben mir in die Gegenwart zurück. „Tyson“ antwortete ich in seine Richtung, was sich als schwierig erwies, war er doch mittlerweile wieder mit Ball am Fuß mit den anderen Jungs beim Pöhlen. Er stoppte abrupt, ließ den Ball ins Leere laufen, drehte sich zu mir um, stemmte seine kleinen Fäuste in die Seiten und rief mit aller ihm zur Verfügung stehenden Empörung:“ WAS?!!!! SCHEIßEN?!!- Wie könnt ihr ihn „Scheißen“ nennen?!!!! DAS kannst du doch nicht machen.“ Seine Stimme kippte und er blickte hilfesuchend in die Richtung des besten Kerls, seines Zeichens Kinderflüsterer.
Einen Moment herrschte völlige Stille, dann brach es aus mir heraus, ich habe mich echt gekugelt vor Lachen: „ Scheißen? Scheißen- finde ich gut, den nehmen wir.“, stammelte ich zwischen Glucksen, Tränen und Schnappatmung. Der beste Sohn hat seinen Freund dann über das Missverständnis aufgeklärt. Und wir haben ihn natürlich nicht „Scheißen“ genannt, obwohl ich es viel passender als „Tyson“ fand.


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