Schlagwort-Archive: Mein wunderlicher Waschsalon

„Mein wunderlicher Waschsalon“(Mai 2015)

Für Diejenigen, die es ebenso wie ich nicht glauben konnten, als ich darüber berichtete und Diejenigen, die sobald ich ansetzte die Geschichte zu erzählen mit ihrer eigenen Geschichte voran kamen. Dazu nur eins- die Story ist wahr, Fotos als Beweis im Text und Niemand hat so etwas schon mal erlebt, zumindest Niemand, den ich kenne.

Aber zur Sache- Heute vor einer Woche war Wasser definitiv nicht mein Element. Erst fand ich nach getaner Arbeit im Keller meine Waschmaschine in einen irgendwie derangierten, ja desolaten Zustand vor. Zumindest sah sie lang nicht mehr so blitzechic und neu aus, wie ich sie noch am frühen Morgen vorgefunden und routinemäßig befüllt bzw. ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt hatte. Ein Teil der gewaschenen Wäsche war durch die Tür diffundiert, leider waren die Moleküle zu groß und haben folgerichtig die Zellwand gesprengt. Im Klartext, das Bullauge meiner fast neuen Waschmaschine lag in hunderte große und kleine Splitter mit einem Teil der Wäscheladung vor der Maschine. Ah, na klar zu alt, nicht austariert, Bedienungsfehler, Überladung, was auch immer, kein Wunder bei der blonden Clementine. Aber nein so einfach war es denn nicht. Diese Maschine ist gerade mal ein halbes Jahr jung, hat eine Zuladung von bis zu 7 kg, mehr Knöpfe und Funktionen als mein Bulli, mehr Menüpunkte als ich an Wäsche je verarbeiten oder als Naturblondine je verstehen möchte, eine Selbstabstellprotestfunktion, falls ihr irgendetwas nicht so in die verchromte Trommel passt. Zuviel Gewicht, zu wenig Gewicht, zu schwarze Sachen, zu bunte Sachen, zu nasses Wasser, zu dreckige Wäsche, zu saubere Wäsche, zu Montag, zu Freitag, zu was auch immer. Wenn irgendein Minimühdetailchen nicht so ganz maschinengerecht sein sollte, sagt sie „ÜE“ oder „FE“ oder „ÜEi“ oder „Nee, lass mal“ oder „Nein, ich möchte das nicht“ und verharrt in Agonie. Stolz und Chromblitzend. Wenn sie dann aber so richtig Lust hat und alles Mal so passt, dann wäscht sie fröhlich surrend das gewählte Programm zu Ende. Das Beste- sie singt ein kleines erleichtertes, heiteres Lied, wenn sie fertig ist. Mutet ein wenig an, wie „Guten Abend, gute Nacht, die Wäsche gemacht, so sauber und rein, hol sie raus oder ich fang an zu schrein.“ Natürlich folge ich dann dem Gesang meiner Tensidensirene und befreie sie von unseren grundgereinigten Furzbuxen. Nun diesmal war alles anders, kein Lied zum Abschied, dafür vermutlich ein großer Knall. Ich habe die Wäsche pingeligst untersucht um dem Fehler auf die Spur zu kommen, nachdem ich mich innerlich gesammelt, den ganzen Mist als Beweis fotografiert, den Kundendienst und den besten Kerl erschöpfend informiert hatte. So sehr ich auch forschte, es gab Keinen. Kein Stein, kein Münzgeld, kein Hundegeschirr, keine Knöpfe, keine Fremdkörper- Nada, Niente, Nix. Das Ding war geplatzt, einfach so und das nehme ich ihr persönlich übel, denn das ist normalerweise allein mir vorbehalten. Basta. Nun am Montag sollte der Kundendienst kommen, der natürlich die gesamte Tür und nicht nur das pulverisierte Bullauge auswechseln müsse, weil das so einfach, wie die Blondine sich das denkt eben nicht ginge. Nach intensiver Suche, war glücklicherweise dann doch noch die Rechnung vom letzten Jahr aufgetaucht, die wir eigentlich schon in Richtung „liegt beim Finanzamt“ abgeschrieben hatten, so war es dann doch noch ein Garantiefall. Unnötig zu sagen, dass dies nicht das Ende des Unglückstages war. Der beste Kerl war so scheißenfreundlich und hatte zwei Hortensien für mich in die Erde gebastelt und sogar wie wild mit 30 m langem Wasserschlauch, der in unserem Zwischenraum angeschlossen und beheimatet ist, gewässert. Danach den Schlauch im Teich geparkt, zwecks Auffüllung desselben. Dann den Schlauch irgendwie aus dem Fokus verloren und vergessen. Eine halbe Stunde später flog uns der FI- Schalter um die Ohren, kein Strom im ganzen Haus, ein maulendes weil internetloses Kind, eine fieberhafte Suche nach der Ursache, eine weitere erfolglose halbe Stunde später, verzweifelter aber zufälliger Blick in den Zwischenraum. Der Anblick offenbarte, dass der Raum komplett geflutet war und alles unter Wasser stand. Der Verursacher ward schnell gefunden.  Der verfickte Schlauch hatte spontan seine Beziehung zur Schlauchrolle für beendet erklärt und war munter sprudelnd aus der Halterung gesprungen. Das Wasser immer seinen Weg findet, ist ja keine neue Erkenntnis. In unserem Fall, fand das Wasser einen Weg an der Hauswand entlang, an der Kellerwand herunter, von dort in den Keller, um vor Ort aus der nun nutzlos gewordenen Waschmaschinensteckdose aus zutreten. Vielleicht hatte es Gerüchte gehört und wollte sich mit eigenen triefenden Augen davon zu überzeugen, das seine kleinen Wassertropfenkollegen das Waschmaschinenbullaugensicherheitsglas einfach so platzen können, wenn sie wollen.  Also zum zweiten Mal an diesem Tag, zeitraubende Wisch- und Reparaturarbeiten, die im wahrsten Sinne des Wortes überflüssig erschienen. Ich sah an diesem Abend von einer dringend benötigten Dusche für meinen stinkenden Kadaver  ab. Das Risiko, das Wasser in meine hohle Nuss diffundieren könnte und aus Körperöffnungen austreten, die dazu weder gedacht noch geeignet schienen, war mir einfach zu hoch. Man denke nur, wenn beispielsweise meine Möpse voll laufen und platzen würden! Die Sauerei wäre nicht auszudenken und wer müsste sie am Ende wieder sauber machen?! Eben.  Ich war mir absolut sicher, dass HazweiOh an diesem Freitag nicht mein Element war oder werden würde.

10801978_690382764401018_3149056144781511504_n10422137_690382287734399_3162954020036940923_n


Rummelschubser

Ein Rummelschubser vs. Glioblastom et alia

beastieblonde

"Loriot is always sitting on my shoulder"

Arno von Rosen

Buch Autor

teamocomics

Comics, Illustrationen und Musik mit Blechbart, Ninja-Affen, Einhörnern und Glitzer

seppolog

Irrelevanzen aus Münster.

%d Bloggern gefällt das: