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Mädchenkramalarm (Februar 2016)

Wer mich nicht gut kennt, kann es immer nur schwerlich glauben, aber ich bin tatsächlich nicht gut in Mädchenkram. Schwierig, wenn man sich innerlich wie kariertes Holzfällerhemd fühlt und äußerlich auch schon mal danach riecht, aber gefangen ist in dem Körper einer zierlichen Tutuballerinablondine, die eigentlich nur in Rosenduft zu transpirieren vermag.Wer mich gut kennt, weiß, dass es tatsächlich der Wahrheit entspricht, wenn ich schon mal behaupte, dass ich zu viel Testosteron in meinem Körper haben muss. Klar habe ich mich auch an der Theke für Titten und Arsch angestellt, weil ich um die sekundären Geschlechtsmerkmale irgendwie nicht herum kam. Semitoll war die Idee sich an der Theke mit „Werfen wie ein Weib“ gleich mehrmals in die Schlange zu stellen, wahrscheinlich eine Frühform von Alzheimer. „Ah WwW? – war ich hier schon mal? Egal, nehm ich!“ Du erkennst meinen Genderstatus nicht über einen Blick in den nicht vorhandenen Schuhschrank oder sauber inszenierte Designer Handtaschensammlung, auch Schmuck ist so gar nicht meins, ebenso wie „Huipfuitüddeldü für die Fresse. Keine Tübchen, Pröbchen und Tiegelchen voll Spachtelmasse mit dem Versprechen von ewiger Jugend oder Eau de Moeff in teuren Flakons diverser Anbieter. Keine Striegel für die Mähne, die noch nie gefärbt wurde und kein Feenstaub. Einhörner und Pink – Nichts zu finden. Aber, wenn sich Jemand die Mühe macht und mich beim Werfen beobachtet, von Spielgegenständen in unterschiedlichen Formen und Materialien für unseren Hund, weiß spätestens da- Ach, ne guck mal, ist doch ein Mädchen.Ja bin ich und zwar eins, dass mit seiner Technik nicht nur sich selbst, meine Umwelt(immer gefährlich in meiner Nähe), mein Hundekind, sondern auch die Gesetze der Physik überrasche, indem ich sie spielend ausser Kraft setze.So viel zu „Ich und mein Verhältnis zu meiner weiblichen Seite“.

Nun begab es sich, dass ich und die Meinen im letzten halben Jahr zu zwei wunderbaren Hochzeiten geladen wurden. Diese Hochzeiten zeichneten sich schon durch eine gewisse Größe und Glamour aus. Wenn ich also weder die Brautleute, deren Gäste noch mich selbst düpieren wollte, musste ich mich tatsächlich mit der Frage aller Fragen auseinander setzen. „Was zur Hölle , zieh ich an?“ Nachdem ich es, wie auch immer ,geschafft hatte, jeweils zwei Outfits plus Schuhe für den administrativen und den feierlichen Teil dieser Festivitäten in unter einer Stunde käuflich zu erwerben, dachte ich schon, ich sei einfach nur die Beste. Strahlend, dass es tatsächlich Kleider und Schuhe für Zwerge gäbe, plauderte ich naiv über meine Shoppingerlebnisse. Das geneigte Publikum lauschte schmunzelnd und vermutlich erstaunt, ob so viel weiblicher Enthusiasmen ausgerechnet aus meinem unberufenen Munde. Als ich verstummte und fragend in die Runde schaute, fragte eine echte Frau eine echte Frauenfrage:“ Und wer macht dir die Haare und Make up?“ What? Typisch, das hatte ich komplett verdrängt, dass die übliche fiese Frise auf bleichem Faltenantlitz wohl irgendwie ein Bruch zur restlichen Pimp up Blondine darstellen würde. Glücklicherweise fiel mir ein paar Tage später eine gute Freundin auf dem örtlichen Aldiparkplatz in die Arme. Nennen wir sie mal Curlyblue Scissorhand. Die Idee mich mal so richtig aufzurüschen, gefiel ihr naturgemäß super. Immerhin war ich ahnungs- und willenlos, in erster Linie aber alternativlos. Meine Zeitplanung mal eben für ein Viertelstündchen vor der Party bei ihr einzufliegen, zog für mich unverständlicherweise eine Lachsalve ihrerseits nach sich. Als sie sich beruhigt hatte und mich gegen 12 Uhr bestellte, obwohl ich mehrfach betonte, dass ich erst um 14 Uhr 30 fahren müsste, ahnte ich tief in mir, dass ich es eventuell noch bereuen würde.
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