Schlagwort-Archive: Logisch

„Logisch!?“ (Januar 2016)

Skurriles aus der Trainerwelt.
Keine Angst liebe Kunden, niemals würde ich Geschichten über euch verbreiten, das wäre ein unfassbarer Vertrauensverrat, Erwartungssicherheit gilt auch für meine Menschen. 😉
Im letzten Februar hatten wir , wie des öfteren, einen Mantrailkurs in einer meiner wunderbaren Vierertrupps. Gerade hatte das letzte Team einen Double Blind Trail erfolgreich abgeschlossen. Ein wirklich sicher suchende Boxernase mit seinen beiden vor Stolz platzenden Menschlein, hatten die Blondine im tiefen Graben eines plätschernden Bächleins im Laufschritt entdeckt und angezeigt. Die nicht mehr ganz saubere Blondine , war gesund und munter aus dem Schlammloch gekrabbelt und hatte sich zum fröhlichen Flummiwerfen für das erfolgreiche Hundekind eingefunden. Wir standen noch einen Moment, um uns über den Trail auszutauschen, wo war ich wirklich hergegangen, wo hatte das Trio Schwierigkeiten und was lief an Nebenkriegsschauplätzen? Unser bezaubernde Boxerjunge, hat leider ein paar sehr unschöne Erfahrungen mit freilaufenden Artgenossen gehabt, was ihn zwar verträglich aber verständlicherweise vorsichtig hat werden lassen. Wir standen auf einer kleinen Durchfahrtsstraße zum angrenzenden Industriegebiet, die einen weitläufigen Wander- und Fahrradweg kreuzte. Wir hatten unseren Start im Industriegebiet und streiften den Wanderweg nur äußerst peripher. Dies war nicht dem einladenden Wanderweg, sondern einem mittlerweile reichhaltigem Erfahrungsschatz an peinlichen Situationen als „Opfer“ an hoch frequentierten Stellen geschuldet. Aber das sind andere Geschichten. Wir standen also beglückt, stolz , ko und wie immer ein wenig aufgekratzt und tauschten mit leuchtenden Augen , Komplimente in Richtung Fellkind aus. Mit einem Mal durchschnitt eine männliche, laute Stimme unseren fröhlichen Mamatalk. Ein energisches, aber irgendwie auch fragendes „EGON!!?“ schallte durch den kalten Morgen. Das Rufen und leichte Zögern, wiederholte sich einige Male. Am Egonecho konnten wir eruieren, dass die Stimme mit dem dazu gehörigen, vermutlich älteren Herren und das renitente Egonding sich zügig auf uns zu bewegten. Noch konnte man den sich in leichten Biegungen und Anhörungen dahin mäandernde Kiesweg nicht weit genug einsehen, aber die erfahrene Blondine ahnte, was da auf und zu brüllte. Das „Egon!!!!“ wurde mittlerweile um ein lokales Adverbial erweitert. „Egon!!!!! HIER!!!!“. Die Mantraartige  Dauerschleifenwiederholung in sich bis zum Kreischen verzerrende Tonlage, sprach Bände über den zu erwartenden Erfolg dieser Mission. Mittlerweile verstummt, starrten wir gebannt in Richtung der tobsüchtigen Lärmquelle. Die Stimme hatte Blutspuckerqualitäten, aber zu diesem Zeitpunkt war bedauerlicherweise keine Stelle als TrashMetalFrontsau vakant. Endlich tauchte das Objekt der Begierde auf und lief unbehelligt in unsere geneigten Sichtfelder. Egon hatte krause, strubbelige schwarze Haare mit ein paar bräunlichen Einschüssen, er hatte in Korrelation zu seinem kleinen . schmächtigen, langen Körper , extrem kurze krumme Beine und riesige Füße, er lief in einer Art Trippelseitgalopp  mit kleinen lustigen Hüpfern, dabei blickte der kleine Kerl aus  blitzeblanken, riesigen braunen Äuglein, seine Nase schaute vorwitzig aus einem wirren Schnäuzer und seinen kleinen Kopf , schmückten zwei riesige, seidige  Schlappröhrchen, die jeden Hüpfer zeitversetzt nachtanzten. Egon war ein Teckel, seines Zeichens , ein Rauhhaarteckel und er war maximal 6 Monate alt. Nun hatte Egon auf seiner Fahnenflucht nach nirgendwo auch uns entdeckt und verzögerte seinen Hoppeltossentrott. Nach ein paar wenigen eher seitlichen Hüpfern, blieb er gänzlich stehen und nahm uns erst einmal genauestes unter die Lupe. er blickte leicht verunsichert zurück, da tauchte in seinem Rücken ein petrolgrün belodeter , gummibestiefelter, gammsbartbehüteter älterer Herr in großen Schritten auf. Er stockte ebenfalls, rang nach Luft und brüllte , krächzend :“EGONHIERSOFORTSAGICH!!!!“Das kleine Schnuckelchen schaute auf seinen angepissten Lodenmantelmenschen, kratzte sich am viel zu großen Halsband , schaute in unsere Richtung, erkannte das spielende Boxerkind , schüttelte sich und schoß unbeirrt weiter in unsere Richtung. Langsam setzte ich mich auch in Bewegung, allerdings in Richtung Ausreißerkönig. Auf halber Strecke zwischen ihn und dem immer noch abgelenkten Boxerhund, hockte ich mich, leicht von ihm abgewandt hin. Neugierig kam er auf mich zu getippelt, er schmiss dabei seine kleine Vorderbeinchen wie ein tüchtiger Traberhengst und sprang mir fast in die Arme. Ich erzählte ihm ein wenig duseligen Blondinensmaltalk, streichelte ihn und hielt ihn vorsichtig an seinem Halsband fest. Neben uns platzte gerade dem Lodenmännchen der Arsch:“ Egonhierhabichgesagt, HÖRSTDUUUUUUU!!!!!?HIIEEEERRRRRRRR!Verdammt nochmal!“ Der Kurze verkroch sich unter meine über ihm schwebenden Knie. „Egon!“, diesmal zog der MöchtegernJäger, den Namen gefährlich zischend ein, etwas ließ mich inne halten und ihn anschauen. Er hob seinen Arm mit der Lederleine, holte aus und warf sie auf mich und seinen Hund. Sie streifte meinen Arm, die den Hund schützte und klatschte neben mir auf die Erde. Ich hatte Puls, er jagte hoch, an meinem Innenohr vorbei und ich fühlte in mir die Wutwelle, die ich sonst so gut im Griff hatte , alles Denken ertränken und meine Adern fluten.Ich musste etwas tun, ich streichelte zur Beruhigung das weiche Drahthaar des kleinen König Kalle Wirsch, ich blickte ihn an, er hatte riesige Augen und er blinzelte. Er versuchte zu deeskalieren, ich schluckte, atmete tief ein und blickte diesen Anton  Svensson aus Lönnberga sehr ruhig an. „SIE werfen nie mehr eine Leine nach ihrem Hund, geschweige denn nach mir!“ „Der soll hören!“ „Mag sein, aber nicht so! Es macht keinen Sinn ihn zu bestrafen, zumal, wenn er festgehalten wird und sich weder wehren , noch gehorchen kann.“ „Na, Sie sind ja eine ganz Schlaue, sie haben ja gar keine Ahnung von Hunden!“ Den Impuls ihn mit der Leine solange zu verprügeln bis er sich in die bodenlose Lodenhose geschissen hätte, gab ich nicht nach. Sehr ruhig und zwar sehr, sehr ruhig, wählte ich meine Worte mit Bedacht:“Mag sein, Tatsache ist, ich habe ihren Hund – Sie nicht.Ich hätte ihn natürlich auch über den roten Teppich am Zäpfchen vorbei in den Boxerrachen laufen lassen können.“ Seine Augen wurden kugelrund, er spitzte die Lippen und schaute mich anklagend an:“Kein Wunder- Sie streicheln ihn ja auch!“ „What?!!!“ Das war nun wirklich eine Logik, die sich der Blondine in mir verschloss und zwar völlig. Da war ein Mensch, der die richtigen Beobachtungen machte und trotzdem nicht in der Lage war 1 und 1 zusammen zu zählen, diese Null. Immerhin hatte er die Größe mir ein „Danke trotzdem.“ zuzuzischen als er mit dem süßen Zausel an der Leine an mir vorbei schritt. Der kleine Schlingel trappelte schon wieder neugierig durch die Welt der Wunder und Wiesen.


Rummelschubser

Ein Rummelschubser vs. Glioblastom et alia

beastieblonde

"Loriot is always sitting on my shoulder"

Arno von Rosen

Buch Autor

teamocomics

Comics, Illustrationen und Musik mit Blechbart, Ninja-Affen, Einhörnern und Glitzer

seppolog

Irrelevanzen aus Münster.

%d Bloggern gefällt das: