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„Sometimes life is a bitch, a blonde bitch“/ Part 2 (August 2015)

So, wie war das noch gleich, chronologisch betrachtet?  Freitag tötete ich Herrmann, Sonntag kontaktierte ich über ein Onlineportal eine Thermomixhalterin zwecks Besitzerwechsels desselben, Montag  tankte ich zum allgemeinen Erstaunen den dafür vorgesehenen Brennstoff in mein Auto, fuhr zu schnell in einer 30er Zone, wurde erwischt, lernte unfreiwilligerweise die Funktionen mannigfaltiger  Zubehörteile eines Kraftstoffmotors kennen, lernte sehr persönlich die Folgen kennen, wenn eben diese Teile ihren Dienst im Fahrzeug verweigerten, in der Folge diverse Mitarbeiter eines deutschen Automobilclubs, der einzige Verein bei dem ich Mitglied bin, hatte eine Fahrt hoch auf dem gelben Wagen saß ich beim Fahrer vorn, ein eher zweifelhaftes Vergnügen, war es doch ein gar geschwätziger Kutscher mit südlich ausgeprägtem Machogehabe, musste mal wieder erkennen, dass es tatsächlich nur Einen geben kann, Willi den Highscorer unter den meisterhaften Schrauberlingen und das Blondie so alt werden kann, wie sie will, Papa ist und bleibt immer der Beste.

Steigen wir kurz in den Dienstag ein, Katastrophenalarm bei meinen Ellis, hatten sie am Tag zuvor noch die Blondine gerettet, brauchten sie am Dienstag selber Hilfe. Meine Ma war gestürzt und hatte sich ihr Handgelenk gebrochen. Ein komplizierter Bruch, der eigentlich hätte direkt operiert werden müssen, aus verschiedenen Gründen, war dies jedoch keine Option und der Professor begann eine langwierige, konventionelle Behandlung mit unsicherem Ausgang. Papa überfordert, Mama unglücklich, ich wohl zukünftig mehr gefordert.

Mittwoch, nach eingehender Diagnostik, stand nun fest, dass sich die Benzinpumpe meines Bullis aus Altersschwäche in die ewigen Schrottgründe verabschiedet hatte. Das würde weder billig, noch schnell erledigt, aber immerhin war es nicht das Todesurteil für den alten Mann. Sein Herz schlug immer noch stark in der Blechbrust.

Donnerstag  bemerkte ich erste Ermüdungserscheinungen, noch zwei Tage bis zu den Sommerferien, ein Silberstreif am Horizont, weil weniger fremdbestimmte Fahrdienste und Termine. Irgendwie kam mir die Idee, dass ich es viel leichter hätte, wenn man mir den Thermomixer zusenden würde, ich trug meine Bitte per Email der Verkäuferin mit. Sie machte mich auf den Poststreik aufmerksam, ließ sich dann jedoch schnell auf eine Versendung per Götterboten ein, damit ich die Sendung verfolgen könnte. Gesagt getan, das Geld online überwiesen. Der beste Kerl zögerte zunächst, weil ihm die Bankverbindung, die einen Männernamen und ein Berliner Konto auswies,  sehr merkwürdig erschien. Wir überlegten kurz und wiesen nach Rücksprache das Geld an, eine Schnapszahl auf die sie nun einen solchen hebe, wie die Verkäuferin humorig bemerkte.

Freitag endlich Ferien, viel Arbeit, am Abend eine wunderbare Feier zum 50.ten Geburtstag eines lieben Freundes, Samstag, Sonntag arbeiten, den besten Dad entlasten so gut es ging und er zulassen konnte.

Montag, das erste Mal echt Bauchschmerzen in Bezug auf den Thermomixerdeal, Beruhigung über Selbstsuggestion, Erinnerungsmail an die Verkäuferin, freundlicher,aber verbindlicher  Grundton. Keine Antwort.

Dienstag, mein Mailfach öffnet mit einer Warnung vom Anbieter des Onlineportals, betreffend meines Kontaktes zur Thermomixanbieterin mit der dringenden Bitte keine Überweisungen zu tätigen, der Grund der Warnung unterläge dem Datenschutz, Vorsicht sei aber oberstes Gebot, sollte etwas nicht in Ordnung sein, wurde ich gebeten die nötigen Schritte einzuleiten. Kennt das Jemand, wenn man innerlich blass wird, mir war schlagartig übel und klar, dass ich einem Internetbetrüger aufgesessen war, die Kohle war futsch, ich hätte kotzen können, im direkten und übertragenem Sinne. Ich rief den besten Kerl an und erklärte ihm die Sachlage. Er war großartig, keine Vorwürfe, er scherzte, versuchte mich aufzubauen, er war wie er immer war, wenn es darauf ankam, einfach der beste Kerl eben. Es brauchte auch keine Vorwürfe von außen, ich hätte das nie gedacht, aber dieser Betrug fraß mich innerlich auf. Ich fuhr zur Polizei, um eine Anzeige aufzugeben. Als ich in Bönen vor der Wache ankam, sah ich ein kleines Schild mit Öffnungszeiten, wie bei einem Kiosk, nur mit sehr angenehmen Arbeitszeiten. Erinnerte mich an die Radiowerbung von Detlef aus dem Yin- und Yangladen, dem irgendwie alles zu stressig ist und daher die Öffnungszeiten auf Dienstag von 17 bis 17 Uhr 30 legt. Die Polizeiwache in Bönen ist nur an zwei Tagen in der Woche und da auch nur für zwei Stunden geöffnet, einen Tag vormittags und am anderen Tag nachmittags, aber natürlich nicht an dem Morgen, als ich vor der Tür stand. Also zur Stellvertreterwache, ich machte mich auf den Weg nach Kamen. weiterlesen


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