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„Fröschlein“

SONY DSCIm Hinblick auf den vor der Tür stehenden Muttertag, lasse ich heute mal das Thema „Mütter“ aus Rücksichtnahme ruhen. Ist eine Reminiszenz an mein Harmoniebedürfnis. Mir ist Muttertag fremd. Aber aufgeschoben, ist ja nicht aufgehoben. Zur Entspannung und persönlichen Erquickung mal wieder Etwas Leichtes, Unschuldiges und Versöhnliches. Katzen! Also kein niedliches Youtubevideo, damit war ich situativ leider überfordert. Muss eben das gute alte Kopfkino mal wieder ausreichen.  In jedem Fall, ist mal wieder Zeit für eine RedNoseCat Geschichte. Diesmal geht es um Jake, unserem SunnysideupKaterchen, dem die Zufriedenheit irgendwie aus jeder Pore zu scheinen scheint. Jakolinio erfreut sich; bester Gesundheit, jagdlichen Geschicks erstaunlichen Ausmaßes, unserer unendlichen Zuneigung, an sich selbst und seinem wunderbaren Leben im Einklang mit sich und seinem roten Fellchen. Das täglich unzählige Leichen seinen Weg pflastern, ist der einzige kleine Schatten, der auf seine makellose Bilanz als Sinnbild für Frieden und Sanftheit fällt. Mit einem dampfenden, duftenden Becher voller köstlicher Koffeinbrühe blickte ich vor ein paar Wochen in den Garten, der überraschenderweise von hellem Sonnenlicht geflutet war und eine Anmutung vom kommenden Frühling mit sich brachte. Das erste zarte Grün, spross hier und da noch unsicher vor sich hin. Im Augenwinkel nahm ich eine Bewegung wahr. Ein Schmetterling! Er war in den ersten, wärmenden Morgenstunden geschlüpft und tanzte durchscheinend, zerbrechlich filigran, in einem unruhigen Auf und Ab, über die Wiese. Unter ihm lag, plattgedrückt wie eine Flunder und mit aufgeregt zuckendem Rutenende, ein rotes Stück Fell, mit riesigen, aufgerissenen, schräg gestellten Eulenaugen und Barthaaren, die so gespannt in die Welt standen, dass man Wäsche daran hätte aufhängen können. Er schnarrte und surrte vor sich hin, über ihm das flatternde, zarte Wesen. Mit einem lautlosen Satz erhob sich das rote Fellkind und sprang aus dem Nichts gut einen Meter in die Höhe. Der Schmetterling schwirrte unbeeindruckt über seinen Kopf hinweg. Die Jagd war eröffnet. Jackman sprang in einem fort hinter dem kleinen Kerlchen der Lüfte hinter her. Bei seinen Sprüngen wand und steckte er sich, überschlug sich, landete elegant auf seinen Pfoten, um sich sofort wieder in die Luft zu schrauben. Man sah ihm dabei die unbändige Freude an, mit der er sich und den Moment genoß. Er schien über das ganze Gesicht zu strahlen:“ Seht her, ich bin ein glücklicher kleiner rotnasiger Kater. Ich bin der Frühling. Das Leben ist schön. Schön bunt.“ So fröhlich federnd, hüpfend und geckernd, spielte er mit dem schwerelosen Schwirrdings :“Wenn ich dich kriege, du kleine Fliege….“. Was steht nun zwischen einem vor Dopamin überschäumenden Katerkind und tiefster Depression? Richtig! Ein Teich! Während ich ihn so beobachtete, kam mir kurzzeitig der Gedanke, dass in diesem Spiel der Schmetterling Chef im Ring zu sein schien. KillerCat in völliger Selbstüberschätzung, hatte im Jagdfieber seine Umwelt komplett ausgeblendet. Ungläubig verfolgte ich das ungleiche Paar. Sollte das Insekt tatsächlich einen derart perfiden Plan verfolgen? Ein „Hüpf“, „Hüpf“, „Hasch mich ich bin der Frühling“, „Platsch“ mit anschließender Stille, beantwortete meine unausgesprochene Frage. Der Kohlweißling drehte eine elegante Schleife und entschwand lautlos aus meinem Blickfeld. Zurück blieb ein rotzender, sprotzender, roter Jack Sparrow, der  ohne Black Pearl, Schiffbruch erlitten hatte. Das pitschnasse Katerlein kletterte mit hängenden Ohren, triefend nassem Fell, tropfenden Barthaaren und Ganzkörperzuckungen aus dem Teich. Er konnte sich gar nicht so heftig schütteln, wie es ihn vor sich selbst ekelte. Ich hatte mich kurzzeitig in prustendem Gelächter zerlegt, aber nun obsiegte mein Mitleid mit dem armen Tropf. Ich schnappte mir ein Handtuch und wollte ihn behutsam von Nässe und Schlick befreien. Er schaute mich mit zusammen gezogenen Augen an, die schwarzen , riesigen Pupillen  schienen den kompletten Augapfel auszufüllen.  Er drehte sich ab und als ich ihn ansprach mit einem bedauernden: „Jay???Komm mal zu Mama?“. Knurrte mich der kleine Kerl verächtlich an und schimpfte in einer für seine Verhältnisse, tiefen Tonlage vor sich hin, unterbrochen von hektischem Putzen und Lecken seines Fells. Ich startete einen zweiten Versuch. „Jay? Ist doch halb so wild…“ Aus dem sonst so freundlichen Katergesicht brach eine Flut von Miauen, Maunzen und Snerrtlaurten auf mich ein. Es war wohl etwas in die Richtung:“LASS MICH! DU BIST NICHT MEINE MUTTER! UND SCHMETTERLINGE SIND ARSCHLÖCHER!!!!!! So in die Schranken gewiesen, ließ ich von meinen Rettungsversuchen ab. weiterlesen


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