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Der tiefe Fall des Jake B.

„Fruuuuppss Alarm“ oder „Ich bin zu alt für diesen Scheiß“ oder „Jakesee Williams in „Cat on a wet, slippy roof“ „oder frei nach Otto „Je kürzer das Ssssst, desto schneller das Bumm“. Schau niemals während des Reinigens des Katerzimmers aus dem Seitenfenster. Es war nicht mal ein gezielter Blick sondern eher ein unruhig umherschweifender Rundumcheck, als mein Auge an einem roten unbekannten Fellobjekt auf unserem Garagendach hängen blieb. War ja zu erwarten gewesen, dass Jake mit seinem Kletterbedürfnis irgendwann dort landen würde. Ich schaute ihm, leicht beunruhigt, zu und öffnete das Fenster, um ihn notfalls zu helfen. In diesem Moment balancierte er gefährlich nah an der Dachkante zum Gartenbereich, allerdings war das Plexiglasdach durch die aktuelle Wetterlage und Grünspanbelag „slippery when wet“ oder auf deutsch „arschglatt“. Das blieb auch Mr. Jake nicht verborgen und er kroch vorsichtig wieder in meine Richtung. Er maunzte mich kurz an und wanderte unbeeindruckt auf die Plexiglashälfte, die zur Garageneinfahrt geneigt war. Er machte einen zielsicheren Hüpfer, über den Dachfirst, auf die andere Seite. Leider ist Physik in seiner Klasse mangels Lehrermangels immer ausgefallen, mit der Konsequenz, dass er seinen Schwung völlig unterschätzt hatte und bei Landung, seitlich ins Rutschen geriet. Je mehr er gegen die Abwärtsbewegung ankämpfte und je steiler die Dachneigung , desto schneller nahm der kleine Kamikater an Fahrt auf. Der verzweifelte Versuch seine Krallen in das Plastikdach zu schlagen, schlug fehl, jeder neuerliche Versuch gab seinem Bug unvorhersehbare Ausbrüche in die eine oder andere Richtung. Mir wurde allein vom Zusehen und aus Besorgnis, schlecht. Das Letzte , was ich von ihm sah, war, wie er, wie ein Skispringer von der Kante nach vorne absprang und mit eingezogener Hinterhand, weit vorgestreckten Vorderläufen und gespreizten Zehen im Nichts verschwand. Sekunden können zäh tropfen, während Blut an den Ohren vorbei rast und laut pulsiert. Lauschen in die Stille. „Jake????!!!!!“- Ein jämmerliches Mamamaunz als Antwort. Besagte Mama, ihr wahres Alter Lügen strafend, flog auf flinken Socken die Treppe herunter, behende in den Zwischenraum über das Geländer hüpfend, Tür aufschliessen und aufreissen war Eins, dabei laut rufend und auf Antwort wartend, raus in den Nieselregen und kurz vorm Wohnwagen zum Stoppen kommend. Da saß er, mit weit aufgerissenen Äuglein, blassem Näslein und einem hohen „Mjeh“ Ton, den er immer hat, wenn er nach mir sucht und auf Antwort wartet. Vorsichtig hob ich ihn auf, nachdem ich seine kleinen Knochen durchgezählt hatte und sicher war, dass außer einem dreckigen Pöter und angefressenen Ego, keine weiteren Schäden zu befürchten waren. Nachdem er wieder trocken und sauber gelegt war, ist er noch eine Runde Angst-, aber auch unfallfrei, durch den Garten gestiefelt. Nach all der Aufregung schlief er auf Mamas Bauch ein, direkt unterhalb meines kurzzeitig aus dem Takt geratenen Herzens, von gelassener Blondine im Coolste Mutter des Jahres Rhythmus zum ein alter Klepper läuft das Rennen seines Lebens, um direkt nach der Ziellinie tot umzukippen. Egal Hauptsache , ich war Zweiter von Zweien.
Wer nun glaubt mein kleiner Jack Sparrow, hätte aus seinem Abflug gelernt , irrt. Er hat es wieder getan, diesmal unter den Augen des besten Kerls, der den Krähmatz durch das Badezimmer einlassen wollte. Er entdeckte nach dem Duschen einen roten Schatten auf dem Fensterbrett des gekippten Badezimmerfensters, der sich durch lauthalses Schimpfen  Einlass erzwingen wollte. Mit fliegenden Fingern, räumte der bewegte Mann das innenliegende Fensterbrett von seinen Medikamenten leer, um den SchimpfPimpf herein zu holen. Leider war der alte Mann zu langsam für den ungeduldigen Kater.  Gerade als das Fenster geöffnet wurde, entschloss er sich vom First zu hüpfen, um einen anderen Eingang zu suchen. Ich hörte nur Gepolter und einen etwas abfälligen, lakonischen Kommentar:“ Der Idiot ist schon wieder vom Dach gefallen.“ Der Rest ist eine Eins zu Eins Kopie vom ersten Sturz des Jake Blues, zumindest was meinen Part angeht. Okay, die Tatsache, dass ich auf Toilette saß, brachte eine neue Brisanz in die Geschichte. Würde die hochgerissene Hose über dem nur halb erwischten Schlüpper den Sprint ins Freie halten? Auch nicht ganz unwichtig, würde der Blasenmuskel, der das Urinieren unerwartet unterbrechen musste, seinem Job trotz fortgeschrittenem Alters zuverlässig nachkommen und dicht halten? Waren Socken eine adäquate Fußbekleidung, um einen Sprint über unterschiedlichste Oberflächen und den darin befindlichen Fuß zu schützen? Egal, wenn Mama ihren kleinen Rotznasenkater , wieder heil in die Arme schließen und gurrend und surrend ins Haus tragen kann. Die Konsequenzen für ihn waren allerdings drakonisch- eine Stunde auf Mama sitzen und rührseligen Mamatalk ertragen. Wenn das nicht hilft, dass er diesen Fehler nie wieder macht, weiß ich auch nicht. Ach ja, der Blasenmuskel hat seinen Dienst vorbildlich erfüllt, macht Hoffnung auf später mit Oben klar, unten dicht.
War`s das jetzt? Schließlich ist Jake Mamas braves Kind und Elli unser William Wallace, dazu nächstes Mal mehr. Nein, DAS war nur der Anfang. Seit einigen Wochen hat Jackolinio eine neue Bestimmung gefunden. Er ist Bodyguard. Der Doggyguard. Er hat sich selbst zum Begleitschutz ernannt. Erster Hunderundenbegleiter. Er nimmt seine Berufung sehr ernst, stoppt Autos auf der Straße damit Herr Hund in Ruhe Steine ausgraben kann. Er stoppt sie durch provokantes auf die Mitte der Straße legen, laszivem herumkugeln und aufblitzen lassen des roten Pöters. Damit nicht genug, er geht straight mit stolz geschwollner Brust auf fremde Hunde, die ihrerseits an ihrem Menschen geleint sind zu und zwingt sie einen Bogen zu laufen, damit Herr Hund ungestört seinen Weg laufen kann. Letztens ist Jake F.Farmer unbeirrt auf einem schmalen Feldweg, das Locken und Rufen seiner Menschen, die sich mit zwei Hunden auf ein Feld geflüchtet hatten, aktiv ignorierend, ohne Zögern auf den dreijährigen Hovawart des Pfarrers zugelaufen. Der Geistliche des Dorfes hatte in Begleitung seiner Frau einen inspirierenden Sonntagsspaziergang geplant, dabei hatte er bedauerlicherweise nicht mit Doggyguard gerechnet, der unerbittlich dessen Pläne mal eben zerstören sollte. Nach der Begegnung der dritten Art, hatten wir drei bellende Köter, aus unterschiedlichen Motivationen. Einer, der sich nicht ganz zu unrecht, von dem Kater provoziert fühlte und Zwei, die ihre Bodycat verteidigen wollten. Dazu drei leicht derangierte Menschen am anderen Ende der tobenden Leine, eine Katzenmama am Ende ihrer Nerven und ein Katerkind, das völlig selbstverständlich weiter seiner selbstauferlegten Mission folgte. Seit diesem Erlebnis hat Jake Begleitverbot. Er wird vorher eingesammelt und kommt in die häusliche Sicherheitsverwahrung. Leider gelingt das nicht immer, manchmal lauert er dem besten Kerl und Tricky bei ihrer abendlichen Abschlussrunde auch wie ein Wegelagerer auf. weiterlesen


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