Schlagwort-Archive: Draußen vor der Schlafzimmertür

Draußen vor der Schlafzimmertür…(Oktober 2014)

Neulich Abend in einem mir bekannten Schlafzimmer. Die Hausblondine hatte sich mit ihrem Hund in die Familysafetyzone zurück gezogen(Ok, woanders heißt das Ding vermutlich „Bett“, aber wir sind eben nicht woanders). Die Schlafzimmertür fest ge- und verschlossen, um dem gestressten Fellkind endlich seinen verdienten Feierabend zu ermöglichen und gegen eventuelle Einbruchversuche der zwei fröhlichen Pfeifenheinis zu sichern. Hört sich streng an, aber das Hunderl hat leider ein „Fräulein Rottenmeier Stellvertreter Syndrom“ entwickelt. Heißt, er versucht permanent das Unmögliche möglich zu machen, indem er unter Einsatz von Leib und Leben, nichts unversucht lässt, die quirligen Frupsis unter seine Kontrolle zu bringen. Letztens fand er sich zu seiner eigenen Überraschung auf dem Esstisch wieder, sich ob der Höhe, der umstürzenden, auslaufenden Kaffeebecher und meinem mehr als erstauntem Blick, sehr unwohl fühlend. Wir haben dann einen Weg gefunden ihn wieder vom Tisch herunter zu zaubern, nicht ganz so einfach, wenn dem Süßen oben der Arsch auf Grundeis geht und er sich mit vier Pfoten und Spikes in den Holztisch verkrallt. Mit viel „Easy“ und konditioniertem Berühigungsgriff an die Heldenbrust, einem Stuhl als Absteighilfe, hatte ich ihn am Ende wieder auf dem Boden der Tatsache, dass zwei rote Flöhe mit krimineller Energie schwieriger zu hüten sind als der Rest der langweiligen Familie. Da unser Trickbär zu Gewittern im Kopf und Zappelanfällen neigt (idiopathische Epilepsie) und Stress ein Trigger für neue Anfälle sein kann, sind diese zwangsweisen Ruhepausen unabdinglich für ihn. Soviel zum Plot des folgenden Hörspiels.
Wir dümpelten also auf unserem Ruhefloß und nahmen am Rande die Geräusche vor der Tür wahr. Man hörte ab und an Getrampel auf der Treppe, das mal lauter, mal leiser wurde. Je nach Lautstärke konnte man zuordnen, ob die Schimpf Pimpfe auf – oder abwärts tollten. Nebenbei- haben die Stöckelschuhe? Bleigewichte in den angeblichen Samtpfoten? Die wiegen 1 ½ Kilo, aber wenn diese paar Pfund die Treppe herunter rasen, hört es sich an, als würden wir uns nicht Crazy Kitten sondern ein Happy Hippo beherbergen. Ab und an hob der Trickhelm müde sein Haupt, weil die Beiden direkt vor unserer Tür inne hielten, ein zwei Einbruchsversuche starteten und dann maunzmeckernd weiter zogen. Irgendwann hörten wir die Stimme des besten Kerls, der vermutlich im T-Shirt und kurzer Hose gewandet war (! Normalerweise egal, aber um das Bild zu vervollständigen ist der Look diesmal wichtig!) Er hatte wohl sein Werk im Arbeits/Katzenkinderzimmer beendet und beschlossen, dem Treiben der Beiden Katerkinder ein Ende zu bereiten und sie ins Bett zu bringen.
Etwas höhere Tonlage als normal: „Jake… Elli… ESSSSSEEEENNNN…!“ Hordenartiges Getrappel auf der Treppe, anschwellend, mit dem näher kommen hörbares hohes piepsiges zweistimmiges Gemaunze. Übte er einen Canon mit den Beiden? Gegenüber unserer Schlafzimmertür steht eine Apothekerkommode auf der momentan das frische Zubehör für In- und Output der Katerchen steht. Das Gemaunze wird lauter und aufgeregter. Eine brummende Männerstimme in aller Ruhe dazwischen: „Da seid ihr ja, es gibt Essssseennn….“ Ich dachte: „Der wird doch nicht tatsächlich, das Futter vor deren Augen zubereiten wollen?“ Tricky dachte vielleicht dasselbe, denn er hob besorgt den Kopf und drehte ihn so gespannt hin und her, dass ich Angst hatte, dass er ein Schleudertrauma erleiden könnte. weiterlesen


Rummelschubser

Ein Rummelschubser vs. Glioblastom et alia

beastieblonde

"Loriot is always sitting on my shoulder"

Arno von Rosen

Buch Autor

teamocomics

Comics, Illustrationen und Musik mit Blechbart, Ninja-Affen, Einhörnern und Glitzer

seppolog

Irrelevanzen aus Münster.

%d Bloggern gefällt das: