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Deja vu…

Heute auf dem Rückweg von Bergkamen nach einem arbeitsreichen Morgen. Status: Kopf voll, Bauch leer, Arme schwer, leicht pissig drauf, unterzuckert und mit ziemlichen Zug nach Hause. Da schert „Es“ vor mir ein. Es nimmt mir überschaubar die Vorfahrt, ich bleibe für meine Verhältnisse ziemlich ruhig. Vermutlich hätte ich anders herum genauso gehandelt. Kaum vor mir eingeschert, blinkt an der Karre alles rot auf, was vom Hersteller verbaut und erdacht wurde.  Das Rot schreit mich an, umgehend, und zwar sofort in die Eisen zu gehen. Ich bremse meinen Opa also von 70 auf 15 km/h und schaue über ihr Vehikel hinweg, um den Grund für diesen etwas überraschenden Ankerwurf zu eruieren. Doch so sehr ich meinen dürren Hühnerhals auch recke und mein Köpflein strecke, ich kann den Grund für die Vollbremsung nicht ausmachen. Egal, mittlerweile gibt das vor mir fahrende Gefährt, das erfolgversprechender Anwärter der goldenen Ananas für herausragend schlechtes Design sein könnte, wieder Gas. Ich tue es ihm gleich, bin aber mit einem Auge immer beim Vordermann, weil die aufkochende Pisse in mir ahnt, dass das überraschende Bremsmanöver nicht an der Umwelt sondern am Fahrer des Wagens gelegen hat. Ich betrachte den Hinterkopf des Fahrers und ganz langsam kommt die Erinnerung. Dieses Auto, das aussieht wie ein Schlag in die Fresse, hatte ich schon einmal vor mir. Schlagartig kommt die Erinnerung beim Anblick all der bunten, blödsinnigen, aussagedürftigen Aufkleber, die das ausladende Heck des Vehikels vermutlich zusammen hielten. Grob zusammengefasst bremst man selbstverständlich auch für Tiere, aber bei der Bremsfreudigkeit schien mir das nicht so eine erstaunliche Aussage. Man wird von einem Typ namens Jesus ganz doll geliebt, aber irgendwie scheint die Beziehung Hängepartie. Nur so lässt sich der verzweifelt anmutende Aufruf nach einem neuen Kerl im Land erklären, denn diese Botschaft möchte man zu gerne an jede Wand sprühen.  Da flattert ein Friedenstäubchen mit Regenbogen neben der Silhouette von Borkum und des Maurenkopfes der korsischen Flagge. Immerhin keine Schilder mit bescheuerten Namen von Bälgern an Bord. Ich sehe ihren Hinterkopf, den lange schwarze Haare und Poposcheitel schmücken. Als sie in den Rückspiegel schaut, erkenne ich eine rötliche Katja Ebstein Gedenkbrille. Nach ihrem Nummernschild zu urteilen hat sie am 26.Februar 1962 das Licht erblickt und versucht seitdem in den Strahl zu laufen. Nennen wir sie mal Sabine, Susanne oder Silke, beliebte Namen in den 60 ern und das „S“ dazu findet sich ebenfalls auf dem Nummernschild. Der Wagen ist vollgestopft mit Tröddelmädchenmüllichwerdenichtgroßkram und schmuddelig. Ihr Blick in den Rückspiegel, um sich verträumt eine Haarsträhne aus dem Gesicht zu streichen, führt gleichzeitig zum absoluten Abfall der Geschwindigkeit um gut die Hälfte. Jetzt war ich mir total sicher, dass ich die Erbse schon einmal auf der gleichen Strecke vor mir hatte. weiterlesen


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