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„Beim Augenarzt oder jedem anderen Arzt.“ (April 2014)

So langsam muss ich an meine Pflegestufe denken und beginne daher zeitnah mit dem Sammeln von Hilfsmitteln. Ja, selbst Blondinen werden älter, auch wenn sie ihren Geburtstag gerne mal verschusseln werden diese Jahre trotzdem am Ende mitgezählt. Die gute Nachricht des Tages, die Blase in meinem rechten Auge ist eine harmlos Zyste, deren Behandlung sich erst einmal auf aktives Ignorieren beschränkt, ansonsten braucht es demnächst eine Lesebrille für die kleingedruckten Verbraucherinformationen auf Lebensmittelumverpackungen. Trotzdem geht so ein Besuch irgendwie nie ohne Zusammenstöße mit der fleischgewordenen Hydra des heiligen Medicus, im deutschen Sprachgebrauch auch „Sprechstundenhilfe“ genannt, aus. Ich bin wirklich nicht unfreundlich, aber mit den Mädels die hinter der Theke sitzen und ihren Beruf irgendwie so verstanden haben, dass sie entweder den Arzt vor nervenden Patienten beschützen oder aber durch eigene Diagnostik entlasten müssen, wecken in mir eine pathologische Form des widerborstigen Ungehorsams und sarkastischen Untertons. Ich gehe nun wirklich selten zum Medizinmann, daher sind meine Beobachtungen sicher nicht zur Verallgemeinerung geeignet. Heute nur ein paar Highlights: „Nehmen sie doch bitte Platz und füllen diese kleine Broschüre mit Fragen und den gewünschten IGeL Leistungen aus.“ Ok, ich kreuze also brav fünf Fragen zu Vorerkrankungen an, lese mir die Zusatzleistungen, die selbstverständlich keine Kassenleistungen sind, an, ebenfalls aufmerksam durch, um nur die kostenfreie „Recallfunktion“ anzukreuzen und das Klemmbrett brav zurück zu geben. Nach einer halben Stunde: „Frau Hillebrecht???“ . Ich korrigiere sie nicht, sondern versuche der vorantrabenden Stimme zu folgen. Sie blättert hektisch die zwei Zettelchen durch, schaut kopfschüttelnd hoch und setzt eine mütterliche Miene auf: „Haben sie die Broschüre nicht verstanden?“ Ich schaue sie fragend über ihre Vorsorgeuntersuchungsapparatur an. „Na- sie haben nichts angekreuzt!“, eine leichte Enttäuschung und etwas Tadel in der Stimme sind nicht zu überhören. Ich lächele sie herausfordernd an:“ Wie wäre es, wenn ich erst einmal vom Arzt untersucht werde, bevor ich auf medizinische Butterfahrt gehe?“ Ihr Lächeln zeigt leichte Verunsicherung, klar sie ist zu jung, um die Metapher zu verstehen. Zurück in das Wartezimmer mit dem nachdrücklichen Hinweis, dass der laufende Film auf dem Fernseher noch einmal leicht verständlich erklärt, was meinem Augenlicht alles droht, wenn ich mich aus Geiz oder offensichtlicher Blödheit den angebotenen Zusatzuntersuchungen verweigern sollte. Diese Reise nach Jerusalem, Aufruf, hoffnungsfrohes um die Kurven Geflitze, um dann doch nur wieder in irgendeiner Beschäftigungsmaßnahme des weißgewandeten Schlumpfschuhe tragenden Vorhutteams des fernen Docs eine weitere Warteschleife zu drehen, wiederholt sich noch einige Male. weiterlesen


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