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Neulich bei 3,2,1 – Meins. Abteilung „Umme Ecke“ (August 2014)

Blitzt meine Haarfarbe mittlerweile selbst bei meinen Kleinanzeigen zwischen den selbstverfassten Verkaufsofferten hindurch? Oder gibt es da draußen tatsächlich Zeitgenossen, die in Ermangelung eines eigenen Lebens,  jede Anzeige aufmerksam studieren, um sich dann mit einem selbstauferlegten Lehrauftrag an den Anzeigenersteller zu wenden? Ich habe gestern einen verchromten Endtopf der Kawasaki des besten Kerls in einem bekannten Kleinanzeigenportal aufgegeben. Eine Anzeige wie schon so viele „Ich- fress-zwar kein-Brot-aber-bin über-Teile“ aus diversen Ecken unseres Hauses. Bislang habe ich das ziemlich eigenständig und ohne Hilfe zustande gebracht. Sogar nicht ganz unerfolgreich, für meine bescheidenen Verhältnisse.  Bis gestern. Kaum hatte ich die Anzeige hochgeladen, bekam ich eine Anfrage über die Emailfunktion des Anzeigenanbieters. Mit einer schnellen Reaktion auf diese Anzeige, hatte ich nicht gerechnet, da ich nach meiner kurzen Vorrecherche, ziemlich über dem allgemeinen Preisniveau lag. Ich öffnete die Mail und las zu meinem Erstaunen:

Zitat:
‚Hallo, Heike.
Will Dir mal nen Tip geben. Solche originalen Endtöpfe werden um 50.-Euro gehandelt, weil fast kein ZRX-Fahrer mit sowas unterwegs ist. Falls Du noch einen originalen Topf(OHNE KRATZER) brauchst, kannst Du ihn gerne haben. Gruß W….‘
„WHATTTT???!!!“  Nachdem ich ganz kurz den Gedanken hatte, dem guten „W“ zu antworten und mich ihm und meine Beweggründe, warum und wieso ich so inseriere, zu erklären, fiel mir glücklicherweise wieder ein, dass dies den unbekannten Welterklärer einen Scheißdreck angeht.

Ich schrieb also zurück:

„Hallo W.
Danke, ich finde es total klasse, wenn mir ein Mann die Welt erklärt.
Grüße, Heike.“
Also mir hätte das gereicht, ich hätte die olle Zippe ihrem traurigen Schicksal in den unendlichen Weiten des Äthers überlassen. Nicht so Herr W, nicht mit ihm, den nun im Mark seiner Selbstgerechtigkeit getroffenen, verkehrt verstandenen Frauenversteher. Kaum zuhause.  Nachrichten von Sam- äh- „W“ :

Zitat:

‚Hi, Heike.
Will Dir ja nur helfen. Guck in  ebay und Du wirst sehen, daß Dein Preis viel zu hoch ist.
Grüß Dich, W.‘
Liebe Männer, ich weiß, man könnte den Eindruck gewinnen, dass sämtliche mir zur Verfügung stehenden Ressourcen mit dem täglichen Kampf das Gleichgewicht meines Körpers irgendwie in Balance zu halten, um nicht vom Gewicht der eigenen Möpse vornüber gekippt zu werden, völlig ausgelastet sind. Das trifft ja auch bestimmt manchmal zu, aber eben nicht immer. Ich habe eine ganz einfache Strategie beim Inserieren meiner „Du-fliegst-Teile“. Entweder sie müssen weg, dann verkaufe ich sie, nach längerer Preisrecherche und bin die Günstigste am Markt. Oder ich möchte eigentlich gar nicht verkaufen und setze einen derart hohen Preis an, dass ich, sollte sich ein Shoppingvictim tatsächlich darauf melden, verkaufen muss, weil ich sonst echt mehr als blond wäre. Der gute Herr „W“. gibt eine verlorene Blondinenseele jedoch nicht so einfach auf und verlinkt mir, keine Kassette!!, nun freundlicherweise Anzeigen mit gleichem Inhalt aber angemessenem Preisvorstellungen- ist das nicht mal sowas von dummdreist? Ehrlich- was freue ich mich wieder auf die Anfragen, der sich permanent am Sack kratzenden Legastheniker, ausgestattet  mit einem genauso ausufernden Ego, wie ihr unkontrolliert wucherndes Brusthaartoupet: „HaLLo , Du sagen, was ist läzte Preiß ?“ Diese Vollhorste geben wenigstens direkt auf, wenn man sie stumpf ignoriert.


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Ein Rummelschubser vs. Glioblastom et alia

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Arno von Rosen

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